Karsten Ringe

In Deutschland hat man ja inzwischen den Eindruck, dass das Land kurz vor dem Staatsbankrott steht. Die Schuldenuhr tickt immer schneller und von einem ausgeglichenen Haushalt ist trotz Boom in der Wirtschaft zumindest noch nichts zu sehen. Viel schlimmer, von der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen schaut es in den USA aus.

Deutlich mehr als die Hälfte aller Staaten in den USA weisen ein Haushaltsdefizit von mehr als 20% auf. Das ist deutlich mehr als die PIGS Staaten in Europa und kein Vergleich mit der dann im Vergleich geringen Schuldenaufnahme von Deutschland. Bis 2015 wird in den USA eine Gesamtschuldenquote von ~110% des BIP prognostiziert – und das bei einer Verschuldung der Privathaushalte, die ebenfalls mehr als doppelt so hoch ist wie in Deutschland.

Die Frage ist doch, wo dieser Zustand noch hinführen soll. Die Maßnahmen der Notenbanken erinnern sehr stark an das Gelddrucken zur Finanzierung von Kriegen in der Vergangenheit. Meines Erachtens führt kein Weg mehr an der Inflationierung der Währungen vorbei.

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Comments

  1. er Flurschaden ist immens. Man muss von einem tiefen Zerwürfnis zwischen Merkel und Weber ausgehen, vielleicht auch von einem tiefen Zerwürfnis zwischen Weber und dem Rest des Direktoriums der Europäischen Zentralbank … Es muss schon mehr dahinterstecken als nur Uneinigkeit im EZB-Direktorium. Wahrscheinlich sind die Hintergründe hochpolitisch und den jüngsten Entwicklungen in der Europäischen Union geschuldet.
    Sie hinterlassen zudem eine politisch schwer angeschlagene Kanzlerin Merkel. Diese ist im Ansehen Europas gesunken von der diplomatisch erfolgreichen, hoch anerkannten Miss Europe der ersten Amtsjahre zur Madame Non in der Schuldenkrise. Nicht wenige Kritiker werfen Merkel vor, mit ihrer zögerlichen Haltung zur Rettung Griechenlands die Krise verschärft zu haben. Die jüngste Wendung im EU-Poker hat ebenfalls für Ratlosigkeit gesorgt. Auf einmal setzte sich Angela Merkel zusammen mit Sarkozy für eine gemeinsame Eurowirtschaftsregierung ein und damit für eine Konstruktion, die sie einige Zeit zuvor noch vehement abgelehnt hatte. Gerade diese Wendung k önnte den Rücktritt Axel Webers mit ausgelöst haben.
    Wenn Deutschland einer Wirtschaftsregierung für den Euroraum zustimmt, dann muss die größte Volkswirtschaft ein gewichtiges Wort mitzureden haben, sprich, einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Posten besetzen. Ein deutscher Euro-Wirtschaftsminister und ein deutscher EZB-Chef schlössen sich aber wegen der komplizierten Gewichtsverteilung der Macht innerhalb der Europäischen Union aus. Der schon als gesetzt geltende Weber hätte damit keine Chance mehr auf diesen, von ihm einst als Traumjob gesehenen Posten. Der als machtbewusst geltende Weber müsste ein solches Ränkespiel als Schmach empfinden, was seinen Rücktritt erklären würde.
    Seinen Entschluss hätte er aber erst der Kanzlerin unterbreiten müssen, bevor etwas an die Öffentlichkeit dringt. So stürzt Weber nicht nur die Bundesbank in das Kommunikationschaos, sondern auch das Kanzleramt. Zurück bleibt eine Bundeskanzlerin, die sowohl in der Opposition als auch in den eigenen Reihen an Autorität eingebüßt hat. In ganz Europa dürfte der Imageschaden groß sein.

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